Ein neues „Plasmaron“-Quasiteilchen im Spektrum von Graphen

Monday, 14th June 2010Ausgewählte Publikationen

Fig: Bostwick et al.

Eine neue Art von Quasiteilchen, d.h. Ladungsträgern, welche an andere elementare Anregungen gekoppelt sind, ist von Forschern einer internationalen Gruppe aus den USA, Deutschland, Italien und Iran beobachtet worden. Die experimentellen Untersuchungen und theoretischen Analysen ergaben, dass in Graphen, der einzelnen Lage von hexagonal koordiniertem (angeordnetem?) Kohlenstoff, sogenannte „Plasmaronen“ auftreten. Sie entstehen durch die Kopplung von Elektronen und Löchern an Dichteschwingungen, welche sich wie Schallwellen durch die „Flüssigkeit“ aller Ladungsträger (Plasmonen) bewegen. Plasmaronen wurden schon in den 1960er Jahren vorhergesagt; sie werden hier anhand des Einflusses nachgewiesen, den sie auf die elektronische Bandstruktur des Graphen haben. Diese Beobachtung ist für das allgemeine Verständnis der Eigenschaften von Graphen, deren Entdeckung vor etwa fünf Jahren zu einem wahren Goldrausch in der Festkörperphysik geführt haben, von Interesse. Aber sie dürften auch für die angewandte Forschung interessant sein, da Plasmaronen in zukünftigen elektronischen Bauteilen eine Rolle spielen könnten. Die Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse in dem Artikel “Observations of plasmarons in quasi-free-standing doped graphene,” in der Ausgabe von Science. mehr

(Published: 21 May 2010 | Science, 328, 999).

Weitere Auskünfte: Karsten Horn