2010 Juni

Neue Highlights aus EPJD

Thursday, 24th June 2010Ausgewählte Publikationen

Eine Veröffentlichung der Abteilung Molekülphysik des Fritz-Haber-Instituts wird als Highlight in der Mai-Ausgabe des European Physical Journal D hervorgehoben. Die Wissenschaftler beschreiben darin den neuesten, besonders kompakten Stark-Abbremser, mit dem Experimente mit kalten Atomen und Molekülen unter Ultrahochvakuum-Bedingungen durchgeführt werden können. Einen kurzen Bericht kann man auch in der Ausgabe September/Oktober von Europhysics News finden.

(Published Online: 26 May 2010 |Eur. Phys. J. D, 59, 179).

Weitere Auskünfte: Adela Marian


Rayleigh-Wood Anomalien in der Atomoptik: Ein klassischer optischer Effekt konnte erstmals mit Materiewellen beobachtet werden

Monday, 21st June 2010Ausgewählte Publikationen

Wissenschaftlern am Fritz-Haber-Institut ist es gelungen, erstmals eine seit langem von der Theorie vorhergesagte Analogie zwischen klassischer Optik und Atomoptik im Experiment nachzuweisen. Sie konnten die sogenannten Rayleigh-Wood Anomalien bei der Beugung von Materiewellen an einem Strichgitter beobachten. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts beobachtete Robert Wood dunkle und helle Streifen bei der Beugung von Licht an einem Reflexionsgitter. Lord Rayleigh erkannte, dass dieses anomale Verhalten für genau jene Wellenlängen auftritt, für die ein gebeugter Strahl gerade parallel zur Gitteroberfläche verläuft. Aufgrund des Welle-Teilchen-Dualismus der Quantenphysik kann dieses klassische Wellenphänomen auch mit Atomen beobachtet werden, deren Wellenlänge nach der de Broglie Beziehung berechnet werden kann. Hierzu verwendeten die Fritz-Haber-Wissenschaftler einen Heliumatomstrahl, wie sie in ihrer Veröffentlichung in Physical Review Letters berichten. mehr (auf Englisch)

(Published: 18 Juni 2010 | Phys. Rev. Lett., 104, 240404).

Weitere Auskünfte: Bum Suk Zhao und Wieland Schöllkopf


Ein neues „Plasmaron“-Quasiteilchen im Spektrum von Graphen

Monday, 14th June 2010Ausgewählte Publikationen

Fig: Bostwick et al.

Eine neue Art von Quasiteilchen, d.h. Ladungsträgern, welche an andere elementare Anregungen gekoppelt sind, ist von Forschern einer internationalen Gruppe aus den USA, Deutschland, Italien und Iran beobachtet worden. Die experimentellen Untersuchungen und theoretischen Analysen ergaben, dass in Graphen, der einzelnen Lage von hexagonal koordiniertem (angeordnetem?) Kohlenstoff, sogenannte „Plasmaronen“ auftreten. Sie entstehen durch die Kopplung von Elektronen und Löchern an Dichteschwingungen, welche sich wie Schallwellen durch die „Flüssigkeit“ aller Ladungsträger (Plasmonen) bewegen. Plasmaronen wurden schon in den 1960er Jahren vorhergesagt; sie werden hier anhand des Einflusses nachgewiesen, den sie auf die elektronische Bandstruktur des Graphen haben. Diese Beobachtung ist für das allgemeine Verständnis der Eigenschaften von Graphen, deren Entdeckung vor etwa fünf Jahren zu einem wahren Goldrausch in der Festkörperphysik geführt haben, von Interesse. Aber sie dürften auch für die angewandte Forschung interessant sein, da Plasmaronen in zukünftigen elektronischen Bauteilen eine Rolle spielen könnten. Die Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse in dem Artikel “Observations of plasmarons in quasi-free-standing doped graphene,” in der Ausgabe von Science. mehr

(Published: 21 May 2010 | Science, 328, 999).

Weitere Auskünfte: Karsten Horn