2016 März

Van-der-Waals-Kraft haftet besser als gedacht

Friday, 18th March 2016Diverses
 Weil sie die Van-der-Waals-Kraft als Wechselwirkung nicht zwischen Teilchen, sondern zwischen Wellen beschreiben, haben Forscher unter anderem des Fritz-Haber-Instituts festgestellt, dass die Anziehungskräfte zwischen ungeladenen Atomen und Molekülen deutlich weiter reichen als bislang angenommen. Damit verändert sich das Verständnis der Kräfte, die zwischen Nanostrukturen wie einzelnen Graphenblättern, Proteinen und Kohlenstoffnanoröhrchen wirken. © Fritz-Haber-Institut der MPG

Weil sie die Van-der-Waals-Kraft als Wechselwirkung nicht zwischen Teilchen, sondern zwischen Wellen beschreiben, haben Forscher unter anderem des Fritz-Haber-Instituts festgestellt, dass die Anziehungskräfte zwischen ungeladenen Atomen und Molekülen deutlich weiter reichen als bislang angenommen. Damit verändert sich das Verständnis der Kräfte, die zwischen Nanostrukturen wie einzelnen Graphenblättern, Proteinen und Kohlenstoffnanoröhrchen wirken.
© Fritz-Haber-Institut der MPG

„Die quantenmechanische Beschreibung der Kraft zwischen ungeladenen Atomen und Molekülen bewährt sich an realen Strukturen

Sie sorgen dafür, dass Gase unterhalb einer bestimmten Temperatur zu  Flüssigkeiten kondensieren. Sie geben Klebstoff ihre Haftkraft und lassen einen Gecko kopfüber an einer Wand hängen: die Van-der-Waals-Kräfte. Mit einem quantenmechanischen Ansatz ist es Forschern des Berliner Fritz-Haber-Instituts der Max-Planck-Gesellschaft gemeinsam mit Kollegen in Italien und den USA gelungen, die Anziehungskräfte, die zwischen ungeladenen Nanostrukturen wirken, akkurater zu beschreiben, als das bislang möglich war. Erstmals wendeten sie das Konzept dabei erfolgreich auf reale Molekülstrukturen an. Die Forscher können sich vorstellen, dass eines Tages auch praxisorientierte Materialwissenschaftler, Prozessdesigner oder auch Wirkstoffforscher vom besseren Verständnis der Van-der-Waals-Kräfte profitieren werden. Zum Beispiel, weil es so möglich werden könnte, die Kräfte gezielt zu modulieren.“

Das gab die Max-Planck-Gesellschaft in einer vielzitierten Pressemitteilung bekannt.

Alberto Ambrosetti, Nicola Ferri, Robert A. DiStasio Jr. and Alexandre Tkatchenko
Wavelike Charge Density Fluctuations and van der Waals Interactions at the Nanoscale

Professor Schlögl erhält Innovationspreis des Landes Nordrhein-Westfalen

Prof. Robert Schlögl, Direktor am Fritz-Haber-Institut und Gründungsdirektor des Mülheimer Max-Planck-Instituts für chemische Energiekonversion, hat den Innovationspreis des Landes Nordrhein-Westfalen erhalten.

Hier ein Auszug aus der Meldung des Onlineportals von acatech:

„Mit dem Ehrenpreis würdigt das nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerium eine Persönlichkeit, „die mit Leidenschaft und Engagement ein Schrittmacher für nachhaltige Veränderungen in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft ist“.

Bei der Preisverleihung würdigte Wissenschaftsministerin Svenja Schulze insbesondere seine Beiträge zur Forschung für die Energiewende. Er erforscht etwa Methoden zur Umwandlung von Strom in Wasserstoff, Materialien für Energiespeicher und synthetische Treibstoffe. Benannt wird der Träger des undotierten Ehrenpreises direkt durch die Wissenschaftsministerin.

Robert Schlögls Engagement für einen nachhaltigen Umbau des Energiesystems wird auch im Akademienprojekt „Energiesysteme der Zukunft“ (ESYS) sichtbar: Als Vorsitzender des Steuerkreises leitet er das gemeinsame Projekt der deutschen Wissenschaftsakademien, an dem sich bereits mehr als hundert Energieexpertinnen und -experten beteiligt haben.“

Lesen Sie hier den ganzen Beitrag.